Ganz unverfänglich, mit „Radierungen“ von Pablo Picasso, entstanden wenige Jahre vor seinem Tod, kam das Museum Ludwig in Köln mit einer Ankündigung von Zeichnungen um die Ecke. Der Nachbar und ich bogen um selbige am Rhein entlang, im Rahmen eines Spaziergangs zum Museum, um die Werke in Augenschein zu nehmen. Oh! Ah! Huh! Wow! Die Radierungen entpuppten sich als orgiastische, in pornografischer Detailversessenheit gezeichnete, überwältigende Ansammlung von gestapelten, gehäuften, in- und übereinander liegenden Monsterbrüsten und haarigen Megamösen. Ein so nicht erwartetes, spannendes Sex-Spektakel am beschaulichen Sonntagnachmittag, zu Papier gebrachte Phantasien en masse, Pferdepenisse inklusive. Unverhofft kommt halt echt oft, auch der Porno-Pablo.
Bei „Ray of Light“ kullern die Tränen. Da wird mir bewusst, dass das schon 20 Jahre her ist, dass ich dieses Madonna-Lied während des Studiums rauf und runter gehört habe. Und weitere 20 Jahre, dass ich als Schulkind zu ihren 1908er-Jahre-Popsongs durchs Wohnzimmer hüpfte. Madonna, part of my life. Jetzt turnt diese ikonische, zum Gesamtkunstwerk gewordene Person – wenige Monate nach ihrem Aufenthalt in der Intensivstation – umgeben von faszinierenden, schillernden Settings und Menschen über die spektakulär inszenierte Bühne. Ihre Show ist eine Erzählung über ihr Leben, und auch eine Hommage an Michael Jackson findet ihren Platz. Madonna wirkt so zerbrechlich und steckt doch voll umwerfender Power.
Wien. Wie lange war ich nicht dort? Jedenfalls viel zu lange. Und jetzt nicht lange genug da. Mein Aufenthalt dauerte nur drei Tage. Die allerdings sind voller Gegensätze, vom Rammstein-Konzert im Ernst-Happel-Stadion mit 70.000 Menschen und dem furiosen Flammenspektakel mit gedärmdurchwalkenden Gitarren- und Bassgewummer, über Schloss Schönbrunner Glorietten-Café-Idylle bis hin zum Klavierflügel-Grab von Udo Jürgens auf dem Zentralfriedhof.
Es kann manchmal wirklich eine große Herausforderung sein, mit der Deutschen Bahn überhaupt und dann auch noch in guter Verfassung irgendwo anzukommen. Meistens sind Verspätungen und verpasste Anschlüsse der Killer, aber diesmal geriet ich auf der Fahrt nach Berlin in einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum rund um meine Bahncard.
„Auch wenn sie´s nicht im Radio spielen, werden wir damit die Stadien füllen“ – damit hatten sie Recht, die Fantastischen Vier, wie im Laufe ihrer mehr als 30 Jahre währenden Karriere schon so oft. Mit zwei Jahren Corona-Verspätung fand endlich das Konzert im Kölner Rheinenergie-Stadion statt, mit den Fans in den Rängen, auch wenn die Kölner Verkehrsbetriebe sich wieder alle erdenkliche Mühe gaben, bei 37 Grad Außentemperatur und 9-Euro-Ticket die Menschen möglichst nicht ans Ziel zu bringen.
Einen Spagat schaffe ich physisch nicht, also muss man den auch sprachlich nicht immer unbedingt hinbekommen. Wie etwa in der hiesigen Situation, dass man versucht, Thomas Gottschalk und Pablo Picasso im selben Blogbeitrag zu verarbeiten. Am Wochenende war er nach zehn für ihn wettenlosen Jahren zurück: Tommy moderierte im für ihn typischen alterslos-schelmischen Stil eine „Wetten, dass…“-Sendung, mit inzwischen 71 Jahren.
Im Park steigt das Konzert. Vielmehr: startet das Spektakel. Die Parkanlage Lucavsala vor den Toren Rigas füllt sich mit 45000…
Gestern Abend wurde ein dichter Gitarrenteppich von Westen her über Köln ausgerollt, festgenagelt auf einem fetten Bassbrett: Metallica traten im…
Drei mittelalte Männeken mit Turnschuhen an den Füßen rocken die Kölner Lanxess Arena: Fantas are in da house! Der Vierte…
David Bowie betrauere ich zweieinhalb Jahre nach seinem Tod immernoch. Bevor er diesen Planeten verließ, hat der Künstler noch zwei…





