Einen Lindt-Bären aufbinden

An einem kalten Winter-Sonntagnachmittag lockte meine nach der Knie-OP sehr klein gewordene Welt mit einem Stück Kuchen im Café des Schokoladenmuseums. Trotz Thrombosestrumpf, dieser gut verborgen unter den winterlichen Beinkleidern, saß es sich schön hinter der großen Glasfront am guten alten Vater Rhein. Während wir Schweinereien aus Sahne und Teig in uns reinschaufelten und üppige Milchschaumtürme in uns reinschlürften, raunte der Mann an meiner Seite Schweinereien anderer Art in mein Ohr. Eine äußerst genussvolle Kombi, die gleich in mehrfacher Hinsicht schöne Gefühle im Bauch machte.

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Stress am Setsass

Südtirol, mein Sehnsuchtsort. Damit war ich noch nie allein, und in den letzten Jahren bin ich damit noch weniger allein. Am Abend vor meiner Anfahrt schaute ich eine Reportage von 2022, in der es darum geht, dass Südtirol der Geister in Form von Touristen, die es rief, nicht mehr Herr wird. Ich bin 2023 mittendrin.

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Wien: das Herz in Flammen

Wien. Wie lange war ich nicht dort? Jedenfalls viel zu lange. Und jetzt nicht lange genug da. Mein Aufenthalt dauerte nur drei Tage. Die allerdings sind voller Gegensätze, vom Rammstein-Konzert im Ernst-Happel-Stadion mit 70.000 Menschen und dem furiosen Flammenspektakel mit gedärmdurchwalkenden Gitarren- und Bassgewummer, über Schloss Schönbrunner Glorietten-Café-Idylle bis hin zum Klavierflügel-Grab von Udo Jürgens auf dem Zentralfriedhof.

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Zug um Zug

Es kann manchmal wirklich eine große Herausforderung sein, mit der Deutschen Bahn überhaupt und dann auch noch in guter Verfassung irgendwo anzukommen. Meistens sind Verspätungen und verpasste Anschlüsse der Killer, aber diesmal geriet ich auf der Fahrt nach Berlin in einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum rund um meine Bahncard.

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Apfelstrudel am Arbersee

Von Rimbach hat niemand je gehört. Außer den Erdenbewohnenden vielleicht, die wie ich zu Gast im ortsansässigen Hotel in dem kleinen Ort im Bayerischen Wald oder vielmehr: der Oberpfalz waren. Fast hätte ich Opferpfalz geschrieben. Hinter dem Hotel liegt der Hohenbogen, erreichbar über beschauliche Waldwirtschaftswegschleifen, die dem genervten Fuß nicht allzusehr zusetzen. Dafür wegen Ödnis der ebenfalls genervten Fußbesitzerin.

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Wald- und Wiesenbekanntschaften

Der lange Corona-Winter war auch deshalb so lang, weil man sich zwar beim Wandern den Arsch abfrieren konnte, danach aber nirgends zum Aufwärmen einkehren oder gar übernachten. Stattdessen in zugigen Regionalbahnen frierend durchrütteln lassen auf dem weiten Weg zurück in die einsame Corona-Wohnung in der großen Stadt mit Ausgangssperre. Warm ist es zwar nach wie vor nicht, aber einkehren und übernachten geht wieder. Davon mache ich regen Gebrauch.

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