Hat man mit dem Erstellen von Texten zu tun, bleiben sie nicht aus, die Korrekturschleifen. Selten führen sie dazu, dass etwas besser wird, schon gar nicht der Text oder dessen Verständlichkeit. Krethi und Plethi fühlen sich jenseits ihres jeweiligen Fachgebietes dazu berufen, sprachlich hart einzugreifen, wenn sie inhaltlich prüfen sollen. Im Moment geht es mir jenseits des beruflichen Alltags mit meinem beleidigten Knie ähnlich. Das hatte vor Monaten eine Arthroskopie und steckt seither in schwer nachzuvollziehenden Korrekturschleifen, die zu vielen Fragezeichen führen, aber nicht zur Genesung.
„Ihr Knie ist so: What the fuck!“, sagt der Oberarzt, der fast zwei Monate zuvor eben jenes operiert hat. Ich sehe diesen Mann mittlerweile häufiger als alle engen Freundinnen und Freunde zusammen. Nach der OP hat dieses Knie einen Weg eingeschlagen, den der Arzt nicht hat kommen sehen. Und ich schon gar nicht.
In diesem Beitrag geht es um Sätze, die man selten hört. Sie sind gefallen im Zusammenhang mit meiner Knie-OP. Mein linkes Knie hat im Laufe des letzten Jahres ein hühnereigroßes Alien fabriziert. Niemand weiß, wo das so genannte Ganglion herkommt, ob es einen Zugang zum Gelenk hat. Auf dem MRT ist nichts zu sehen. Weil das Ei immer größer wird, wird es herausgeschnitten – und in einer ergänzenden Arthroskopie geschaut, ob es eine Ursache im Gelenk dafür gibt.


