Im Schwimmbad Köln-Chorweiler gibt es einen Wal. Mitten im Nichtschwimmerbecken, groß, blau, lächelnd. Ich mochte den Wal direkt, als ich das erste Mal vor dem Becken stand, und wenn es sich während des Kraulkurses ergab, hockte ich mich auf seine schöne Flosse. Natürlich ergab es sich nicht so oft, denn man soll ja nicht hocken, sondern kraulen im Kraulkurs.
„Wenn euch die Hand Gottes berührt, könnt ihr aufhören“. Es war mal wieder Freitag, also: Kraulkurs! Der Trainer überprüfte mit diesem Satz bei den rund zehn Kraullernwilligen, die wir sind, die Atemtechnik. In meiner grenzenlosen Naivität hatte ich bei Buchung des Kurses im Herbst angenommen, man lerne in einem Kraulkurs, der sich über fast zwei Monate hinzieht, im Schwimmerbecken das Schwimmen mit der Kraultechnik. Zumal man ja grundsätzlich schon schwimmen kann.
Neulich wollte ein Bekannter mich mitnehmen zu einer Party, bei der, wie soll man es unter Wahrung des Anstands formulieren, es eindeutig um die Anbahnung körperlicher Kontakte geht. Ich hatte mir schon im Second-Hand-Laden ein Outfit gekauft, ein wehendes Party-Flitter-Fähnchen, für meine Begriffe noch angezogen genug, um sowas mal auszuprobieren. Für Profi-Begriffe wahrscheinlich viel zu angezogen.


