Hält das Knie, hält es nicht, wie lange hält es, wie sehr kann ich es belasten, kann ich bergab gehen,…
Südtirol, mein Sehnsuchtsort. Damit war ich noch nie allein, und in den letzten Jahren bin ich damit noch weniger allein. Am Abend vor meiner Anfahrt schaute ich eine Reportage von 2022, in der es darum geht, dass Südtirol der Geister in Form von Touristen, die es rief, nicht mehr Herr wird. Ich bin 2023 mittendrin.
Irgendwann bleibe ich einfach sitzen. Am Gipfelkreuz. Und steige nicht mehr ab. Absteigen ist schon im übertragenen Sinne schlecht, im wörtlichen erst recht. Hat man, noch dazu wie jetzt zum Saisonschluss in Südtirol einsam, an Gipfeln herumgelungert und das Panorama von Zillertaler Alpen bis Marmolada bestaunt, die absolute Stille genossen, will man einfach nicht mehr runter. Auch wenn es im September trotz Sonne und Daunenjacke richtig frisch werden kann, wenn man im zotteligen Wind in fast 3000 Metern Höhe herumsitzt und zusammen mit den Alpendohlen die Rucksackverpflegung plündert.


