Die Sonne brennt vom Himmel auf der Schluchsee-Etappe. Sie beginnt mit dem Aussichtsberg Bildberg mit Blick über den See und endet mit einem Wasserfall – dazwischen ist es nicht so spannend. Der mitwandernde Belgier fühlt sich an die Übergangsetappen der Tour de France erinnert, bei denen es nur darum geht, von Gebirge 1 zu Gebirge 2 zu kommen. In unserem Fall von Schluchtensammlung 1 zu Schluchtensammlung 2.
Im Zielort St. Blasien gibt es einen surreal überdimensionierten Dom zu bestaunen, St. Blasius. Ein kleines Städtchen im Schwarzwald, und in der Ortsmitte prangt die imposante Domkuppel wie ein Raumschiff. Als der Dom 1783 nach einem Brand neu aufgebaut war, belegte er nach dem Petersdom in Rom und dem Dom in Florenz in Sachen Größe Platz drei. Noch heute ist die Domkuppel eine der größten in Europa. Im Innern vornehm weiß, Marmor selbstverständlich, in stattlichen Säulen und im Boden verbaut. Der Reichtum der katholischen Kirche ist immer wieder beeindruckend. In einer Nische steht etwas vom Heiligen Nikolaus von Myra mit einem Steintrog darunter. Ich übersetze dem Belgier, dass hier Santa Claus liege. Später lese ich, dass die Reste vom Nikolaus sich im italienischen Bari befinden. Irgendwas habe ich falsch verstanden.
Die fünfte und vorletzte Etappe wird wieder wanderpfadiger und aussichtsreicher. Es gilt den regenreichen Hotzenwald zu durchqueren und ein Aussichtsturm, das Ibacher Alpenpanorama sowie Feldberg-Blicke locken. Leider hängen die schweren Wolken ziemlich tief, statt Alpen und Feldberg gibt es Grau. Kurz vor dem Etappenziel Todtmoos kommt eine kleine Schlucht, der Kurort glänzt mit urigen Einkehrmöglichkeiten und die letzte Etappe mit einer wieder wuchtigen Schlucht, diesmal der Wehra, steht bevor. Deren Quelle habe ich irgendwo zwischen Hotzenwald und Ibach leider übersehen.
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| Bilderbuch-Schwarzwaldidylle auf dem Weg zum Bildberg |
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| Blasiwald-Althütte, einen Tag später gibt es den Hotzenwald. Es könnte auch sein, dass ich durch ein Märchen spaziere. |
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| Dorf, Tannen, Schwarzwald – und der Ufo-Dom St. Blasius |
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| Der Dom in abendlicher Pracht |
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| Wie viele helfende Hände gibt es hier wohl zum Gießen? |
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| Erinnert mich an Blumenprozessionen auf Bali, vielleicht gibt es das auch als Blasi-Variante? |
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| Wasserfall kurz vor St. Blasien. Kurz zuvor robbte eine junge Frau auf der Suche nach dem perfekten Insta-Posing einmal quer über den Balken. |
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| Ich habe heute leider kein Feldberg-Foto für dich. |
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke, Gedanken sowie Wander- und sonstigen Aktivitäten in diesem Blog.