Es gibt ja die Redewendung von den brennenden Socken. Die hat man natürlich öfter im Kopf, wenn man wandert, vor allem bei Bergtouren. Es ist deshalb immer gut, wenn man im Bergurlaub die Möglichkeit hat, seine Socken (und das restliche Zeug) zwischendurch zu waschen. In Berchtesgaden, in der Pension Rita, konnten wir das auch. Chefin Rita – soll ich jetzt sagen: eine „waschechte“ Bayerin? – stellte uns ihre Waschmaschine und einen Wäscheständer zur Verfügung. Nicht schlecht staunten der Mann und ich, als wir unsere Wäsche abhängen wollten und die Socken fehlten. Von uns beiden. Flugs nachgefragt, unklare Lage, was mit den Socken passiert sein könnte. Vielleicht hat sie jemand geklaut, sind ja teure Falke-Socken. Am nächsten Morgen beim Frühstück, mit anderen Socken besockt: Auftritt Oskar. Oskar ging der Chefin Rita in der Pension Rita mit allerlei Hilfeleistungen rund ums Haus und die Gästebewirtung zur Hand. „Pfiats eich, oiso, die Rita hot´s gsogt, ihr vermisst´s eure Sock´n.“ Stimmt soweit. „Jo, oiso, des is so. I hob dacht, i moch eich die Sock´n gschwind trock´n, in der Mikrowell´n, und, jo, do woan die Sock´n von die Sock´n, sozusog´n.“ Was hat der Oskar gerade gesagt? Er hat die Socken in die Mikrowelle gesteckt? Man fragt nach und verschluckt sich dabei am aufgetischten Frühstückskaffee. Tatsache. Die Socken sollten einer Schnelltrocknung unterzogen werden, in der Mikrowelle, und das haben sie nicht gut verwunden. Oskar zeigt die Socken vor. Schmorstellen, schwarz, durchgesengt. „Jo, des is des neimodische Zeigs“, erklärt Oskar, „mit gscheit´n Wollsock´n wär des fei net passiert.“ Chefin Rita ist tief bestürzt und beschämt und zieht uns den Socken- vom Übernachtungspreis ab.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.
Da ward Ihr wohl echt "von den Socken", was? 😉