Des Samstags zog sie ihre Bahnen,
Und Hans, der stand, am Beckenrand.
Sie wollte besser schwimmen können.
Schwimmlehrer Hans ging ihr zur Hand.
Sie kaufte Badeanzug und Brille,
Um sich nicht so nackt zu fühlen.
Die Zeiten knapper Bikinizwille
Sind passé. Sie schwomm. Hans schaute.
Sie wurde besser, lernte kraulen.
Eines Samstags Badeflaute:
Keine Zeit, kein Hans, kein Schwimmen.
Sie schrieb dem Hans, schon über Sechzig.
Der schrieb zurück. Ganz wie von Sinnen.
Das ginge nicht, er könne nicht –
Er könne nicht mehr ohne sie.
Sein Leben sei erblüht, und wie,
Die Liebe sei zurückgekehrt,
Seit sie des Samstags Bahnen zog.
Nun steht Hans am Beckenrand,
Schaut auf die blaue Kachelwand.
Still liegt das Wasser, unbewegt.
Sie wollte schwimmen.
Ein Mann hat ihr nicht gefehlt.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.