Schuss ins Knie

 

„Knie nieder, hier kommt ein Kölner“, das habe ich heute auf einem Pkw mit Kölner Kennzeichen gelesen. Großflächig aufgeklebt auf der Heckscheibe. Hm. Wovor soll man denn da niederknien, beim gemeinen Kölner? Davor, dass das Erzbistum Köln wie kürzlich publiziert Vermögen im Wert von 3,35 Milliarden Euro besitzt? Nach Ansicht beispielsweise von Spiegel Online zuviel. Man bekommt eher weiche Knie und es wird einem ein bisschen schwindelig bei einer solchen Summe, aber niederknien möchte man da nicht, wenn alte Männer mit seltsamen Mützen und einer ungesunden Vorliebe für Knaben über soviel Geld verfügen. Niederknien möchte man ebenfalls nicht vor dem mittlerweile schon sprichwörtlichen „Kölschen Klüngel“, der beispielsweise dafür sorgt, dass beim U-Bahn-Bau Stahlträger verhökert statt verbaut werden und dadurch das Stadtarchiv einstürzt und Menschen sterben. Nein, da möchte man eher niederprügeln. Und der Kölner Karneval, tja, der kollektive Rausch zwingt alle Jahre wieder von Weiberfastnacht bis Rosenmontag alkoholbedingt alle durchgängig auch im öffentlichen Raum in die Knie. Davor habe ich ganz gewiss auch keinen Respekt. „Nie wieder, hier büßt ein Kölner“ wäre der angemessenere Auto-Aufkleber.