Krakau. Krakauer Würstchen fallen einem ein. Dass Krakau mal Kulturhauptstadt war, 2000. Vielleicht hat das, also das mit der Kulturhauptstadt, Meike, Martina und mich im Jahre 2005 bewogen, dorthin zu fliegen. Die Würstchen jedenfalls scheiden für mich als Nicht-Würstchenesserin aus. Untergebracht waren wir im Dreibettzimmer, und auch ansonsten preisbewusst unterwegs, mit dem Billigflieger ab Dortmund. Schummrige Kneipen haben wir bei dem Kurztrip abends besucht, sind tagsüber das hübsch renovierte und für Touristen hergerichtete polnische Städtchen auf und ab gelustwandelt, und dann war auch schon wieder alles vorbei und es ging zur Rückreise zum Flughafen. Komisch, wenig los am Counter. Eigentlich gar nix. Also, strenggenommen sind wir die Einzigen. Der Grund ist schnell ermittelt: Unser Flieger ist weg. Schon in Dortmund. Ohne uns. Die Flugzeit wurde verlegt, ungünstigerweise nach vorn, und die Nachricht darüber hat uns nicht erreicht. Gerade mal zehn Jahre ist das her und doch schon digitales Nirwana; heute hätten wir alle drei ein Smartphone dabei und könnten Mails und auch sonst alles abrufen und nochmal im Internet auf der Flughafenseite nachgucken. Damals nicht. Da standen wir also am Counter, mit Koffer, aber ohne Flugzeug. Immerhin erreichten wir es mit viel Gezeter (kann man sich vorstellen, drei erboste, wortmächtige und krisenerprobte Kommunikationshasen), kostenlos auf den Flieger am nächsten Tag umgebucht zu werden. Die korrekte Flugzeit kannten wir jetzt ja. Große Augen machte die Dame an der Hotelrezeption, als wir wenig später wieder vor ihr standen und um Verlängerung unseres Dreibettzimmers um eine Nacht baten.
| In Krakau am Boden und not amused: Martina (links) und Meike. |
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.