Mit dem Mann zwei Tage in der Eifel. Dort gibt es in der Regel zwei Arten von Hotels: alt, pilzig, schrammelig oder neu und überteuert. Diesmal haben wir uns mal wieder für ein Haus der zweiten Kategorie entschieden. Mit dem Ergebnis, dass wir schon bei der Anreise mit unserem gut abgehangenen Golf für Aufsehen sorgen. Auf dem Parkplatz stehen nur fette SUVs und breite Luxuswagen. Im hintersten Eck ist noch ein Plätzchen für unser Mittelklassefahrzeug frei. Der weißhaarige Besitzer vom SUV nebenan beobachtet argwöhnisch von der Terrasse aus mein millimetergenaues Einparken. So genau, dass ich leider nicht mehr aussteigen kann. Vor lauter Angst um seine teure CO2-Schleuder kommt der alte Herr angestürzt und setzt seinen Wagen zurück, damit ich doch noch auf der Fahrerseite aus dem Gölfchen komme. Am Frühstücksbuffet nach einer Nacht inmitten papierdünner Zimmerwände (renoviert heißt ja nicht: schallisolierend renoviert) stellen wir fest, um welche Sorte Protzschlittenfahrer es sich handelt: Golfspieler. Ein Riesentrupp teuer, aber geschmacklos gekleideter Früh- und Normalrentner mit Schirmkäppchen kalauert, brüllt und schenkelklopft sich durchs Frühstück. Die Damen sind stark geschminkt, mit schwerem Parfum überladen und staksen schmallippig zwischen Tisch und Buffet umher. „Du“, sagt der Mann, als er mit vollem Teller von einem Thekenbeutezug zurückkehrt, „da hat eine: Bridget Jones in so Glitzerschrift auf ihrem Shirt stehen.“ Ich überlege. Es muss sich um die Dame Hinkebein handeln, die theatralisch unter großer Anteilnahme der Schenkelklopfer-Schirmkappen ihre Verletzung vom Vortag in drastisch-dramatischer Geste zur Schau trägt. Auf ihrem T-Shirt steht, in Glitzerschrift: Bogner Jeans.
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| Auch Glitzerschrift, aber weniger glamourös als Bridget Jones aka Bogner Jeans. |
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke, Gedanken sowie Wander- und sonstigen Aktivitäten in diesem Blog.
