Schinken, aber bitte vegetarisch

Eine kuriose Produktneuheit sind die „Vegetarischen Schinkenspicker“ der Rügenwalder Mühle. Schon die Produktbezeichnung ist schräg. Als Vegetarierin verstehe ich das Produkt nicht; es ist mir ein Rätsel, wieso ich Wurst ohne Wurst von einem Wurstfabrikanten kaufen sollte. Mein Mann isst Fleisch, versteht das Produkt aber auch nicht, denn wenn er Wurst essen will, kauft er Wurst mit Wurst. Und nicht ohne.
Offensichtlich sind wir beide aber sehr untypisch, sowohl als Vegetarierin als auch als Carnivore, denn glaubt man dem Metzger um die Ecke (der sich im Übrigen auch über das Produkt wundert – „Das wäre ja jrade so, als würde isch dat Mett jetz als Salatblatt formen“) sind die „Vegetarischen Schinkenspicker“ ein Wahnsinnserfolg und die Rügenwäldler kommen mit der Produktion nicht mehr hinterher.
Über die boomende Lebensmittelgattung der „Fleisch-Imitate“, denen sie eine „schleichende Revolution“ zugesteht, schreibt auch Theresa Bäuerlein in ihrer Rubrik „Kraut & Rübe“ bei krautreporter.de.