Bei der Pizzakette, wobei Pizzakette wahrscheinlich als Begriff zu profan ist für das Gastronomieunternehmen 485 Grad, das sich vorstellt mit:
„Pizza 2.0 – innovativ, traditionell und echt. Bei 485° in 60 Sekunden im Steinofen gebacken“ –
dort jedenfalls gibt es außer sehr speziellen Pizza-Kreationen auch eigens für das Unternehmen abgefüllte Limonaden. Beim letzten Besuch trank ich zwei Flaschen Rhabarberschorle. Weil kein Alkohol enthalten ist, fiel mir auf, dass ein Buchstabe fehlt:
Vermutlich als erstem Menschen unter dieser Sonne. Ich sprach den gut gelaunten Service-Studenten darauf an. Der wusste nicht, was er sagen sollte. Das Unternehmen selbst auch nicht, zumindest antwortet es nicht auf meine E-Mail. Ich würde mich sogar bereiterklären, die fehletikettierten Margen aufopferungsvoll wegzutrinken. Und einen neuen Namensvorschlag hätte ich auch – schließlich ließen sich mit korrekter Schreibweise des Rhabarbers und dementsprechend einem Buchstaben mehr die Zeichen nicht mehr so schön symmetrisch anordnen. RUDOLF RHABARBER ginge beispielsweise oder RENATE RHABARBER oder BÄRBEL RHABARBER.
Also, 485 Grad-ler, meldet euch, ich bin gerne behilflich! Die Barbara wird ja im christlichen Kulturkreis sowieso weniger mit Rhabarber als vielmehr mit Kirschen in Verbindung gebracht – zum Gedenken der heiligen Barbara wird am 4. Dezember ein Kirschzweig ins Haus geholt. Die ist heilig, weil sie sich weigerte, einen heidnischen Mann zu ehelichen und dafür von ihrem Vater geköpft wurde. Zum Glück sind solche Sitten aus der Mode, sonst müsste man für den entstellten Knöterich glatt jemandem den Finger abschneiden.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke, Gedanken sowie Wander- und sonstigen Aktivitäten in diesem Blog.
