Menschen, Masken, Monschau

Ab heute braucht man fürs Reingehen eine Maske, egal ob es sich dabei um eine U-Bahn-Station, ein Takeaway-Restaurant oder einen Supermarkt handelt. Vor Eintreten dieses Wahnsinns sind der Mann und ich nochmal so richtig atemfrei raus gefahren, diesmal in die Eifel, für den Münstereifelsteig bei Bad Münstereifel und die Klosterroute bei Monschau.

Letztere täuscht mit ihrem Namen ein wenig darüber hinweg, dass man letztlich nur ein Kloster zu sehen bekommt, das Kloster Reichenstein, dies nach ausgiebigen Schleifen durch Feld und Flur immerhin aus wechselnden Perspektiven. Und von ferne ein anderes mit zwei Türmen. Zwischendurch erzürnt man über anderthalb Kilometer die Radelnden, weil die Klosterroute auf deren Vennbahn entlanggeht. Das Perlebachtal und die Perlebachtalsperre werden auch er- und umwandert, und bei diesen Narzissen-Hotspots hatte ich die große Hoffnung, jetzt wenigstens einmal die verblühte Narzissenpracht zu sehen. Der Mann und ich haben über die Jahre verschiedene Wanderanläufe unternommen, um die vom Eifeltourismus massiv beworbene Narzissenblüte zu erleben. Es gibt sogar eine Website mit der jährlichen Blütenprognose. Wir haben es nie geschafft. Während wir sonst zu früh dran waren, war es jetzt wohl selbst für die verblühten Exemplare schon zu spät. Beim Austreten auf einer Anhöhe weist der Mann auf ein dort befindliches Büschel vertrockneter Narzissen hin. Sonst nix Narzissiges weit und breit.

Heute stürze ich mich dann schlecht gelaunt in die nächste Etappe unseres weiter währenden Sozialexperiments und renne mit einem Stofffetzen in der Tasche rum, den ich dann immer rausfummeln und ins Gesicht hängen muss, wenn ich irgendwo reingehe. Prost Mahlzeit. Heute in der Mittagspause gehe ich mit zwei Kollegen Eis essen, die Bestellung durch den Gesichtsvorhang wird ein Spaß werden. „ReiUgln, Ango, O-os, Ebr-Mandl, itt!“ Vielleicht ist der nächste Schritt im kollektiven Irrsinn, dass wir alle Kreidetäfelchen um den Hals tragen müssen, um in Geschäften unsere Bestellungen verständlich aufgeben zu können.