Mit der Werbung ist das ja immer so eine Sache. Gerade hat der Deutsche Werberat wieder seine jährliche Rügen-Sammlung, die man, Entschuldigung, auch als Titten- und Po-Show lesen kann, veröffentlicht. Ein Redakteur der w&v fragt sich diesbezüglich, ob der große Deutsche Werberat es eigentlich nötig hat, stets kleinen Fahrschulen und Handwerksbetrieben auf die Finger zu klopfen, oder ob er sich nicht besser um Verbrauchertäuschung seitens der großen Konzerne kümmern sollte. A propos Handwerkerwerbung: „Gips ist geil“, habe ich neulich, großflächig aufgeklebt, auf einem typischen weißen Handwerker-Lieferkombi gelesen.
Über den geilen Geiz sind wir also hinweg, bei Saturn ist der neue Claim ja auch – angepasst an die Ausdrucksweise der Zielgruppe vermutlich – „Sooo muss Technik.“ Ey Alder, sooo muss Technik, weisstu. Gips ist jetzt also geil. In Zeiten von „Fifty Shades of Grey“ vielleicht gar nicht so abwegig. Eingipsen als Liebesspiel. „Oh! Ja! Spachtel! Mich! Zu! Schatz!“ Und das nötige Werkzeug, um sich hinterher wieder rauszuschälen, hat man dank Sado-Maso-Einkäufen im Baumarkt dann ohnehin zur Hand.
Nachtrag:
Unglaublich, welche Kreise diese „Fifty Shades of Grey“-Manie immer weiter zieht. Hier einkopiert ein Hotelangebot, das Paket „Geheimes Verlangen“ eines österreichischen Hotels:
„Ganz nach „Fifty Shades of Grey“ Manier gibt es die dazu passende Peitsche am Zimmer, um pikanten Situationen die nötige Würze zu verleihen. Eine erotische Körperdekoration mit frischen Früchten und einer Portion Schlagobers lässt Sie in ungeahnte, erotische Dimensionen schweben.“
Obstsalat-Orgie! Schlagsahnen-Schlacht! Aufgepeitschte Apfelsinen! Alles inklusive.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.
