Alf hätte es vielleicht gefreut. Eine Katze weniger. Auch wenn er diese nicht verspeist hat. Mein liebes Katerchen Mucki hat Einzug in die ewigen Jagdgründe gehalten, und das ist bei seiner Mausdichte zu gesunden Zeiten durchaus ernstzunehmen, das mit den ewigen Jagdgründen. Mucki ist dem Mann und mir vor einigen Jahren zugelaufen, er tauchte einfach auf unserer Terrasse auf. Und von da an und aus hat er sich, wie Katzen das so machen, unsere ganze Wohnung erobert. Erst das Bänkchen auf der Terrasse, wo sich bald ergänzend eine Katzenhütte fand, dann das Wohnzimmer, im Besonderen die Couch, dann das Arbeitszimmer, im Besonderen die Couch, und überhaupt jedes Zimmer und jede Nische in der Wohnung bis hin zum Badvorleger, während ich unter der Dusche stand. Ach, Mucki. Mein treuer Begleiter und schnurrender Freund in schweren Stunden. Bei Mucki wurde Krebs diagnostiziert, ein rasender Tumor bemächtigte sich des armen Katerchens, und zwar so schnell und wie im Zeitraffer, dass der Tumor beim Wachsen und der arme Kater beim Schrumpfen besichtigt werden konnten. Die letzten Monate beherbergten wir einen vom Krebs gezeichneten, aber tapfer kämpfenden und unbeirrt schnurrenden Kater, der am Ende federleicht war, mit einem Tumor an der Hüfte, so groß wie eine Mango. Wir haben das Katerchen erlöst, und die Stunden rund um Muckis Tod waren mit die schwersten meines Lebens. Der Taxifahrer, der den willigen, geradezu hingebungsvollen, anscheinend mit allem einverstandenen Mucki mit mir in die Tasche und ins Taxi verfrachtete, weinte mit mir auf dem Weg zum Tierarzt, weil er ein Jahr zuvor seine eigene Katze hat einschläfern lassen. Die hatte FIV. Ich wollte im Behandlungszimmer bei dem Kater bleiben bis zuletzt, durch alle betäubenden und tödlichen Spritzen hindurch, und es hat mir das Herz gebrochen. Das Katerchen hat seinen Kopf in meine Hände gelegt, ein letztes Mal geschnurrt und mir das Handgelenk geleckt, bis er bewusstlos wurde. Mir tropften die Tränen und der Rotz aus dem Gesicht, meinen armen Muckimann beweinend und betrauernd. Ich flehte, „Mucki, verzeih, verzeih, verzeih.“ Und ich glaube, er hat mir verziehen. Mit der leeren Muckitasche tränenüberströmt, leichenblass und weinend auf dem Rückweg vom Tierarzt zu Fuß unterwegs, kam mir eine feine rot-weiße Katze entgegen. Läuft auf mich zu, hebt den Schwanz, setzt sich hin. Sagt „Miauuuuuu“, tröstend, wie „Ist schon guuuut.“ Streicht an meinen Beinen entlang und zieht von dannen. Es fehlte nur noch ein Zaubersternchen in der Luft oder ein Regenbogen am Himmel. Lieber Mucki, wo immer du auch bist, ich vermisse dich sehr, deinen Mundgeruch nach dem genussvollen Verspeisen von Whiskas Lachs mit ganzen Stücken oder Felix Sardine So gut wie es aussieht oder Dreamies Käse. Und dein Schnurren. Verzeih mir, mein Muckerich. Nach allem, was wir zusammen erlebt haben, kannst du das bestimmt.
PS: In derselben Woche ist auch der kleinwüchsige Schauspieler, der im Alf-Kostüm steckte, verstorben.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke, Gedanken sowie Wander- und sonstigen Aktivitäten in diesem Blog.