Weihnachtswichteln

„Schrottwichteln“. Schon das Wort macht keinen Spaß. Als vor wenigen Wochen in der Abteilung darüber abgestimmt wurde, ob es dazu kommen sollte, habe ich dagegen gestimmt. Mit dieser Meinung stand ich ziemlich alleine da, und so wurde in der Abteilung geschrottwichtelt. Oder schrottgewichtelt? Im Vorfeld tat ich mich schon schwer, schließlich habe ich vor einem guten halben Jahr in den Wochen vor dem Umzug alles, wirklich alles, weggeworfen, was nicht unbedingt gebraucht wurde. So gab es keine olle Vase, kein nur halb erhaltenes Spiel, keine vertrocknete und/oder zerknitterte ehemalige Wohnungsdeko, nichts also, was man hätte zum Schrottwichteln gebrauchen können. So landeten Lebensmittel in meinem mit Zeitungspapier umwickelten Schrottwichtelpäckchen. Die Bewichtelte freute sich sehr darüber. Für mich befürchtete ich das Schlimmste. Beherzt griff ich zu der großen Kiste, da ich es ja nicht weit vom Büro nach Hause habe und so meinen radelnden oder pendelnden Kollegen nicht was Kleines wegnehmen wollte. Das große Paket war nicht nur groß, sondern auch schwer. Und der Inhalt: das Grauen. Meine Kollegen bescheinigten mir später, ich hätte wirklich das aller-allerschlimmste Schrottwichtelgeschenk abgegriffen. Ich weiß schon, warum ich nächstes Jahr wieder gegen das Schrottwichteln stimmen werde:

Geschmackvolles Ensemble: Eifel-Wurzelsepp-Schnapsflasche, gebraucht, mit passenden Schnapsgläsern in verschiedenen Größen. Für den stilvollen Umtrunk unter Freunden.