Reality Check: Ich mach mir die Arbeitswelt, wie sie mir gefällt!

Man kann seinen Job kündigen, so wie ich gerade, wenn man das Gefühl hat, der Arbeitgeber und man selbst sind nicht mehr auf einer Linie. Man kann auch, so wie Ralf Junge, Senior-Berater bei der Kommunikationsagentur fischerAppelt in Berlin, öffentlich (in seinem Blog) Stellung beziehen gegen einen der Chefs und dessen Postulate. fischerAppelt-Vorstand Frank Behrendt hat bei Spiegel Online „Zehn ernsthafte Ratschläge, wie man locker durchs (Berufs-)Leben kommt“ veröffentlicht. Mal kurz – ganz entspannt natürlich – aufgepinnt beim Friseur. Ey, voll föhnwellenmäßig oberlässig. Behrendt empfiehlt, den Job als „Monopoly für Erwachsene“ zu betrachten, abends keine Firmenessen zu machen, ein Matchboxauto auf den Schreibtisch zu stellen und solche Sachen. Lieber im Urlaub E-Mails checken, „zweimal täglich unter der Palme“, als sie nach dem Urlaub abarbeiten zu müssen. Die Tipps haben einen der häufigen Stürme im Wasserglas in der Agenturwelt ausgelöst, der Chef von der Hamburger Agentur Orca van Loon fühlte sich bemüßigt, gleich mit „10 Tipps für Berufseinsteiger“ nachzuziehen (Überstunden sind ganz normal, es kommt nur aufs Netzwerk an, niemals rumjammern und sowas). Ralf Junge aber hat in seinem Blog einfach mit dem Agenturarbeitsalltagswahnsinn gegen die zehn Thesen seines tiefenentspannten Chefs angehalten. Rudert jetzt leider ein bisschen zurück, man sei ja schon immer im Dialog gewesen und versteht sich voll super und ist jetzt halt noch ein bisschen mehr im Dialog als sonst. Naja. Er hat ja auch nicht gekündigt.

Update: Alle kennen Ralf Junge! Jana aus München, Nicole aus Bonn – kleine Kommunikationswelt. Jetzt schaffe ich allerdings die Überleitung hin zu dem nicht, was ich eigentlich updaten wollte:  Horizont hat weitere Agenturchefs befragt, wie sie die Thesen von Frank Behrendt finden. Sehr interessant, wie unterschiedlich Führungskräfte das einordnen. Am besten gefallen mir die Haltung von Nils Kreyenhagen und Florian von Hornstein.

Veröffentlicht in: Job