Notizen aus Bali: Fish Spa

Die ersten beiden Fish Spa-Buden in Ubud habe ich überhaupt nicht verstanden, bei der dritten dann hatte ich es begriffen: Es handelt sich um diese auf dem Boden angebrachten Aquarien, in denen kleine Fische herumsausen, die aus welchen Gründen auch immer gerne abgestorbene Hautzellen abknabbern. Vielleicht Putzerfische, die sonst an Walen arbeiten? Riechen Wale auch nach Käsefüßen? Nun, jedenfalls also eine Hornhautentfernungsmaßnahme, Fischmaul statt Bimsstein. An der gefühlt achten Fish Spa-Station, diese dann in Nusa Dua, haben der Mann und ich uns dann getraut und unsere Füße in zwei nebeneinanderliegende Fischbecken gehalten. Man wirft sich den Fischen zum Fraß vor, sonst ist es ja beispielsweise bei Forellen auf dem Teller eher umgekehrt. Im Fischbecken ist bei mir sofort schwerer Tumult am Fuß, großes Schwarmaufkommen, und ich muss lachen, weil es so kitzelt. Bei Marco ist weniger los. Der fachkundige Fish Spa-Mitarbeiter guckt in mein Becken, eine ganze Weile, dann richtet er den Blick in mein Gesicht und sagt, „You have a lot of dead skin, Ma´am!“ Ich weiß. Soll ich ihm jetzt erklären, dass ich jeden Monat 50 Euro für Fußpflege ausgebe? Das läppert sich im Jahr auf drei balinesische Monatsgehälter. Dass in meiner Familie vermutlich bis ins achte Glied und sicher bestätigt für die letzten drei Generationen Fußpflege ähnlich relevant ist wie Zähneputzen? Eventuell leiden wir an einer erblich bedingten Hornhautschwäche an den Füßen, die andere an den Augen haben. Ich antworte dem Fish Spa-Mann einfach gar nichts. Stattdessen nicke ich demütig-bekümmert und schaue den Fischen bei der Arbeit zu.

So sehen die Fish Spa-Fische zum Glück nicht aus. Da hätte ich mich dann doch nicht getraut, muss ich sagen. Das Foto ist auch gar nicht jetzt auf Bali entstanden, sondern vor ein paar Jahren auf La Palma. Der Connaisseur erkennt das sofort am Mojo im Regal.