Anlässlich des „Equal Pay Days“ ist er dieser Tage wieder in aller Munde, der Gender Pay Gap. Also die Gehaltslücke. Frauen verdienen grob betrachtet hierzulande ein Fünftel weniger Geld als Männer, genau betrachtet (Faktoren wie Teilzeit, geringer entlohnte Branchen etc. herausgerechnet) immer noch sechs Prozent. Das ist eine große Ungerechtigkeit, noch dazu, wenn Institutionen wie das ZDF durch die Rechtsprechung in ihrer Ungleichentlohnung bestätigt werden: In der Urteilsbegründung gegen die klagende, gegenüber ihren Kollegen für dieselbe Tätigkeit deutlich geringer bezahlte Redakteurin ließ der Richter kürzlich in purem Zynismus verlauten, sie hätte eben genauso gut verhandeln müssen wie ihre männlichen Kollegen (sie arbeitet als feste Freie 40 Stunden die Woche für Frontal 21 und verdient brutto das, was die festangestellten Typen netto haben. Für den gleichen Job). Das ist einfach zum Kotzen, ebenso die Tatsache, dass man im Jahr 2017 einfach nur deshalb weniger verdient auf einer Position, weil man eine Frau ist. Das Statistische Bundesamt listet auf: 21 Prozent Gehaltsunterschied zwischen Männlein und Weiblein liegen beim Durchschnittsverdienst vor, 20,71 Euro brutto die Stunde erhalten Männlein und 16,26 Euro Weiblein. Festhalten: Seit 2015 mit 22 Prozent eine Absenkung um einen sagenhaften ganzen Prozentpunkt! Wenn wir so weitermachen, haben wir es ja schon in 42 Jahren geschafft mit der gleichen Entlohnung für gleiche Arbeit! Das Werbebranchenblatt wuv berichtet, dass 15 Prozent des Gender Pay Gaps nach Untersuchungen des Instituts der deutschen Wirtschaft branchenbedingt seien und sich das Gehaltsgefälle entlang klassischer Männer- und Frauenberufe ablesen lasse: 2014 habe der Stundenlohn in Berufen, in denen überwiegend Frauen arbeiten, bei gleicher Ausbildungszeit im Schnitt um acht Euro niedriger gelegen als in männlichen dominierten Berufen. Die Agentur JWT hat mit der Initiative „Female Tribes“ schmissige Motive entwickelt, die mit der in den USA gegebenen 25-Prozent-Lohnlücke hantieren: Es fehlen jeweils ein Viertel der Buchstaben, aus FUND GIRLS wird so FU GIRLS, aus FILL YOUR PURSE entsteht (gedanklich) etwas anderes: F*** YOUR PU*S*. Natürlich ist auch das extrem sexistisch, und ich bin mir nicht so ganz sicher, ob sich das für ihre Gleichberechtigung eintretende Frauen ausgedacht haben. Vielleicht Femen-Damen – mit denen und ihren nackten Brüsten hat sich für sofortige Lohngleichheit auch Maren Kroymann in ihrer neuen Serie gemein gemacht.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.
