Kunst – liegt im Auge des Betrachters

Grundsätzlich bin ich jemand, dem man Kunst erklären muss. Die sehr tolle Sigmar-Polke-Ausstellung 2015 in Köln beispielsweise hätte ich gar nicht in ihren verschiedenen Bedeutungs- und Lebensphasen des Künstlers erkennen und verstehen können, wenn nicht die sehr kundige Dame vom Museum Ludwig das alles wunderbar erklärt und eingeordnet hätte. Die grandiose Ausstellung im Musée d´Orsay quer durch die Kunstgeschichte mit Werken, die die Ausstellungsmacher mit dem Marquis de Sade in Verbindung gebracht haben, hätte ich ohne Audio Guide nicht begriffen. Leben und Werk des Marquis zu kennen, hätte mir zum Verständnis der Kunstwerke nicht geholfen. Viel einfacher ist es da für mich, wenn ich selbst einfach was machen kann. Wie gestern bei Claudias Ausstellung „nichts passiert – alles verändert sich“ (bis 18.10. in Köln-Niehl zu sehen, in der Mini-Galerie Yvonne Richter, Kunstraum „Am blauen Niehl“, nach Voranmeldung unter 0221-7122676 oder 0174-2449893). Vor der beklebten Scheibe (beklebt mit drei Kopf-Umrissen – auch die liegen im Auge des Betrachters, meine Interpretation: Marge Simpson, Mikado-Igel und Büffelhörner) sollte man Selfies machen. Rita hat sich einfach ins Schaufenster, also hinter die Scheibe gestellt. Und Marco noch neben einen Ameisenbär. Drinnen.