Fundstücke: puffige Wohnungsanzeigen und tomatige Notstände

Immobilienscout. Vierzimmerwohnung irgendwo im Königswinterer Hinterland, dort bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen, wohin der Mann jetzt nach dem Umzug seines Arbeitgebers jeden Tag fahren muss. Man liest das Übliche, Wohnungsausstattung etc., und dann: „Wir sind an  kontaktfreudigen Menschen interessiert, die offen sind für das Miteinander. Alle Altersklassen und Gemeinschaften sind willkommen.“ Wie bitte? Was hat man sich denn darunter vorzustellen?

Mir kommen Uschi Obermaier, ausgehängte Toilettentüren und ausgiebige Drogenexperimente in den Sinn, aber auch dieser schräge Swingerclub mitten im Wald, der mal ein Ausflugscafé war und den der Mann und ich zufällig bei einer unserer Siebengebirgs-Wanderungen entdeckt haben. Ich hatte mich damals schon auf ein Stück Kuchen gefreut, beim Näherkommen war klar, dass dort nur andere Services verfügbar sind. Vielleicht handelt es bei der Wohnung im Mehrparteienhaus auch um das Angebot einer Sekte? Oder man muss als dortiger Mieter ständig Kuchen backen, zum Raclette einladen und Garagenfeste mit den Nachbarn feiern? Was auch immer sich dahinter verbirgt, für den Mann und mich ist es wohl nicht das Richtige.

Das zweite Fundstück hat mit Tomaten zu tun. Im Alpenvereins-Verteiler wurde so eine Art Hilferuf abgesetzt, weil im Tomatenbeet des Absenders einige Sorten so richtig, frei nach Aldous Huxley: „Orgy Porgy“, gefeiert haben und die Züchtungen und Früchte nun durcheinandergeraten sind. „In diesem Jahr hat sich die Prune noir, die pflaumenförmige, dunkle Tomate, stark vorgedrängt und andere verändert und wurde gleichzeitig deutlich heller. Als positiver Effekt ist das Ochsenherz viel kräftiger… und ich habe keine guten Sweet Cherry mehr. Wer kann mir Samen geben?“ Herrlich! Saaaaat-gut in Beeeeet-not (man denke sich die Melodie vom NDW-Hit: Tretboot in Seenot dazu).

Zwar keine mutierten Tomaten, aber eine mutierte Entenkartoffel gab es schon in den frühen Achtzigern im Garten der Großeltern. Die stolzen Enkel, mein Bruder (rechts) und ich, durften die Kartoffel in die Kamera halten.