„Sag mal, machst du eigentlich noch dieses Spinning?“, fragt die Kollegin am Mittagstisch. „Das wummert immer so in dem Raum im Fitnessstudio, sieht krass aus und die Leute tropfen. Wär nix für mich.“ Eine andere Kollegin fragt, „Fährst du nicht auch immer zu so Events? Wo man dann stundenlang in einer dunklen Halle bei Krach auf der Stelle radelt?“ Beides ist zu bejahen. Und, verrückt, es macht einen Riesenspaß. Vielleicht muss man auch selbst ein bisschen verrückt sein, um sowohl am Fitnessspinning als auch an diesen Events so einen Höllenspaß zu haben, aber das ist bei der Frau Harmuth ja kein Problem! Ich bin sehr froh, diesen Sport für mich entdeckt zu haben. Eine späte Genugtuung für all die Schmach, Pein und Schande des Schulsports, der mir den Spaß an Bewegung lange Jahre verleidet hat und sämtliche Jahresschnitte, das Abitur eingeschlossen, versaut hat mit der konstanten Fünf. Nun sitze und stehe ich also mehrmals die Woche tropfend auf dem Fitnessrad und noch dazu manchmal am Wochenende in Mehrzweckhallen, auf Fitnessmessen, auf Dächern von Fitnessstudios, vor Eingängen von Fitnessstudios, einfach in Räumen von Fitnessstudios, je nachdem, wo die Events dann so stattfinden. Verpasst habe ich leider die legendären Xpect-Spinningevents auf der Mondorfer Fähre in der Nähe von Bonn – schön auf dem Rhein zuckeln, während man sich die letzten Kraftreserven abstrampelt und die Umwelt mit Wummerbeats beglückt, das hätte mir auch Riesenspaß gemacht.
Da die Xpect-Jungs nach wie vor Events auf dem Festland organisieren, gibt es auf der Website auch Bildchen von der angestrengt kämpfenden „Melanderpedal“ Harmuth:
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.


