Ein Tisch in Köln

Donnerstag, der 25. Mai. Sonne, Feiertag, Rieslingstimmung an der Mosel. Schon vor Monaten wurde das verlängerte Wochenende geplant und gebucht. Im lauschigen Lokal zücke ich das Smartphone und finde eine Nachricht auf der Mobilbox vor. Das Kölner Restaurant Il Bagutta hat angerufen: Ich hätte um 19.15 Uhr einen Tisch für vier reserviert, wo ich denn bliebe? Ich bin verwirrt. Name stimmt, Handynummer stimmt. Aber ich habe für diesen Tag keinen Tisch für vier in Köln reserviert. Sehr zu meinem aktuellen Leidwesen im Übrigen auch nicht in Cochem an der Mosel, wo wir diesen Vierertisch am Feiertag sehr gut hätten gebrauchen können. Ich rufe zurück, soll ja keiner einen Tisch freihalten für Menschen, die ganz woanders sind und diesen nie haben wollten. Nachdem ich aufgelegt habe, sickert mir ganz langsam ins Bewusstsein, dass ich vor Monaten ein Riesending mit den Baguttas am Laufen hatte, um für 19.15 Uhr einen Tisch für vier reservieren zu können (nein, nicht für 19 Uhr, auch nicht nur begrenzt bis 20.30 Uhr; viel telefoniert und gemailt wurde damals, damit meine drei Freundinnen und ich so lange hocken und klönen konnten, wie es Lust, Laune und Tagesverfassung zuließen). War das vielleicht auch ein Fünfundzwanzigster? Ich blättere in meinem Kalender zurück. Bääämmm! Es war Mittwoch, der 25. Januar, als wir zu viert um 19.15 Uhr unseren Tisch, charmant direkt vor der Toilettentür gelegen, bezogen. Werde ich jetzt alle vier Monate wegen dieses Tisches, der jeweils automatisch für mich reserviert ist, angerufen? Ich bin gespannt auf Montag, den 25. September.

Sitzen und speisen: Geht ausnahmsweise statt am Rhein auch mal an der Mosel. Doch gerade dann hätte es in Köln auf wundersame Weise ein freies Plätzchen gegeben.