Es gibt Musik, die katapultiert einen Jahrzehnte durch die Zeit und beamt einen an einen anderen Punkt des eigenen Lebens. Das aktuelle Album von Prodigy ist so. The Day is my Enemy (heute mal mit Verkaufslink) ist genauso lärmig, schmutzig, wild und laut wie der ganze heiße Prodigy-Scheiß der Neunziger. Firestarter, Smack my bitch up, Out of space und so. Schon bei den ersten Tracks des neuen Albums sehe ich mich als Spät-Teenie oder Grade-Volljährige vor dem laut scheppernden M-TV durchs elterliche Wohnzimmer hüpfen. Oder durch irgendwelche Mehrzweckhallen in Käffern meiner schwäbischen Heimat smashen. Oder mit heruntergelassenen Fensterscheiben und voll übersteuerter Auto-Kassettenrekorder-Lautstärke im elterlichen VW Jetta die Landstraße entlangrasen. Das waren Zeiten! Erwachsensein hat dann immerhin den Vorteil, dass man das Zeug im eigenen Wohnzimmer laut aufgedreht lassen kann, weil keine Eltern mit panisch geweiteten Augen auftauchen.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke, Gedanken sowie Wander- und sonstigen Aktivitäten in diesem Blog.
