Miss Piggy erhält einen Frauenrechtspreis. Unter anderem bei tagesschau.de zu lesen. Eine Kunstfigur, eine Puppe erhält einen Preis für ein so wichtiges und drängendes Thema wie Frauenrechte? Ist der Feminismus so weit fortgeschritten, hat man so viel erreicht, dass man sich diese Ironie, dieses Augenzwinkern leisten kann? Ich finde nicht. Ich finde, wir sind noch nicht so weit in unserer Gesellschaft, dass man Miss Piggy einen Preis für eine so ernste Sache verleihen könnte. Frauen verdienen nach wie vor weniger im Beruf als Männer, Frauen sind diejenigen, an denen nun überwiegend neben ihrem Beruf (neues Modell, gute Ausbildung, eigenes Einkommen) trotzdem noch die Kinder, der Haushalt und die Küche hängen (altes Modell), dabei sollen sie aber auch noch gut aussehen im Sinne von sportlich-dynamisch-gut ernährt. Irgendwie muss ich dabei immer an diese unsägliche Yogurette-Werbung aus den Achtzigern denken, mit dieser blonden Frau im roséfarbenen Joggingoutfit, die gesteht: „Manchmal steh ich sogar nachts auf und hol mir welche“. Gut, anderes Thema, ich schweife ab. Seit den Achtzigern hat sich indes nicht viel getan für die Situation der Frauen im Sinne einer echten, allumfassenden Gleichberechtigung (mit Smartphone am Sandkasten sitzen und mit dem SUV das Kind in die Grundschule bringen verstehe ich jedenfalls nicht darunter), das Machtsystem der Männer ist noch immer geschlossen und tonangebend, auch wenn wir zum Glück so etwas wie eine Angela Merkel haben. So lange das so ist, sollte man mit Frauenrechtspreisen echte Frauen aus Fleisch und Blut auszeichnen, die für die Sache und die Rechte der Frauen kämpfen. Und nicht ein Plüschschwein.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.