Im Januar teilte mir meine Krankenkasse mit, es gäbe sie nun nicht mehr. Ich hätte das bestimmt der Presse entnommen. Man sei fusioniert, zu meinem Vorteil. Nun weiß ich nicht, welche Presse ich hätte lesen müssen (und als Kommunikationsschaffende lese ich sehr viel Presse), um von diesem Merger zu erfahren. Und ich weiß auch nicht, warum das zu meinem Vorteil gereichen sollte. Als kleinen Testballon für die neue, große (vorher schon große, jetzt noch größere) Krankenkasse beantragte ich die Unterlagen zum Bonusprogramm. Bei der alten Kasse lagen die dann jeweils wenige Tage später im Briefkasten. Von der neuen hörte ich einfach nichts. Auch nicht, nachdem ich zehn Tage später eine Erinnerung geschickt hatte. Wie sehr zu meinem Vorteil kann eine Krankenkasse sein, dachte ich mir, die es noch nicht einmal schafft, innerhalb von drei Wochen ein Stück Papier in einen Umschlag zu stecken? Wie gut aufgehoben fühlt man sich da, wenn man sich zum Beispiel einen Arm abhackt? Gar nicht. Also kündigen. Auch auf die Kündigung reagierte die Krankenkasse nicht. Also anrufen. „Wir freuen uns darauf, mit Ihnen zu sprechen!“, sagt eine begeisterte Männerstimme, wenn man die Hotlinenummer gewählt hat. Leider fliegt man so oft aus der Leitung, dass man geneigt ist zu glauben, eher das Gegenteil sei der Fall. Die Kündigungsbestätigung, die nach vielen Kicks aus der Leitung dann doch noch irgendwie bearbeitet, ausgedruckt und versendet wurde, war dann auf das falsche Datum ausgestellt. Aber auch das ist wahrscheinlich zu meinem Vorteil. Und nur wenige Tage später fand ich im Briefkasten vor: die Unterlagen zum Bonusprogramm.
Viel zu Fuß und immer mit offenen Augen unterwegs ist die Frau aus dem Melandertal. Wenn sie es schafft, den Dingen ein Augenzwinkern abzugewinnen, teilt sie ihre Eindrücke und Gedanken zu Aktivitäten, Absurditäten und Alltäglichkeiten in diesem Blog.